Für die bereits vierte Koproduktion der Deutschen Oper Berlin mit der Münchener Biennale vertont der österreichische Komponist Bernhard Gander ein Libretto des ukrainischen Schriftstellers Serhij Zhadan und entwickelt in gemeinsamer Arbeit mit der Regisseurin Alize Zandwijk sowie Solist:innen des Ensemble Modern und der Deutschen Oper Berlin eine neue Oper.
In ihrer Uraufführung beschäftigen sich Gander und Zhadan mit den äußerst komplizierten Grenz- und Freundschaftslinien, die zwischen ehemals fest verbundenen Staaten verlaufen. Anhand einer exemplarischen Grenzpostensituation verhandelt Zhadans Text die dramatischen Auswirkungen von Krieg, Vertreibung und Flucht auf das menschliche Individuum. Die dort auftretenden Figuren sehen sich mit der Frage konfrontiert, wie man sich für eine Sache entscheiden soll, wenn die kulturellen, historischen, politischen und individuell-biographischen Verhältnisse zu komplex und in sich widersprüchlich sind, als das eine „richtige“ Entscheidung überhaupt noch gelingen kann.
Ictus Ensemble
Theresa Dlouhy – Sopran
Eva Reiter – Viola da Gamba
Tom Pauwels – elektrische und akustische Gitarren
Dunkler als schwarz, so fühlt es sich auch oft im November an: die langen Nächte, die kalten Tage, der beginnende Winter, Schwermut breitet sich aus. Den unterschiedlichen Ausprägungen von Betrübtheit geht die Komponistin und Gambistin Eva Reiter in ihrem Programm Darker than Black nach. In der Kunst der Renaissance ist man von ihr fasziniert: Die Melancholia, als personifizierter Trübsinn, fand nicht nur in der bildenden Kunst sondern auch in der Musik große Aufmerksamkeit. Sie diente der Inspiration – unerwiderte Liebe, Krankheiten, Tod etc. Themen, die wunderbar verarbeitet werden konnten. Werke der Renaissance und eigens für dieses Programm komponierte führen zu einer Grenzerweiterung – die Klänge der Vergangenheit (von u.a. Hume, Dowland und Campian) werden in der Gegenwart weitergedacht und -geformt mit Musik von u.a. Wolfgang Mitterer, Francesco Filidei, Burkhard Stangl und Bernhard Gander.
Für die bereits vierte Koproduktion der Deutschen Oper Berlin mit der Münchener Biennale vertont der österreichische Komponist Bernhard Gander ein Libretto des ukrainischen Schriftstellers Serhij Zhadan und entwickelt in gemeinsamer Arbeit mit der Regisseurin Alize Zandwijk sowie Solist:innen des Ensemble Modern und der Deutschen Oper Berlin eine neue Oper.
In ihrer Uraufführung beschäftigen sich Gander und Zhadan mit den äußerst komplizierten Grenz- und Freundschaftslinien, die zwischen ehemals fest verbundenen Staaten verlaufen. Anhand einer exemplarischen Grenzpostensituation verhandelt Zhadans Text die dramatischen Auswirkungen von Krieg, Vertreibung und Flucht auf das menschliche Individuum. Die dort auftretenden Figuren sehen sich mit der Frage konfrontiert, wie man sich für eine Sache entscheiden soll, wenn die kulturellen, historischen, politischen und individuell-biographischen Verhältnisse zu komplex und in sich widersprüchlich sind, als das eine „richtige“ Entscheidung überhaupt noch gelingen kann.
Werke u. a. von Adriana Hölszky, Bernhard Gander, Markus Hechtle, György Kurtág, Emmanuel Nunes, Wolfgang Rihm, Nikos Skalkottas und Edgard Varèse
Ivana Pristašová, Violine/Mathilde Hoursiangou, Klavier (Solistinnen von PHACE), TeilnehmerInnen der International Ensemble Modern Academy (IEMA),
Barbara Romen, Hackbrett/Gunter Schneider, Gitarre, Jorge Sánchez-Chiong, Turntables
OOZING EARTH for voice, extreme-metal drummer and ensemble /62 min
Attila Csihar (voice)
Kévin Paradis (drums)
Ensemble Modern
Conductor: Bas Wiegers
Der erste Engel blies seine Posaune.
Da fielen Hagel und Feuer, die mit Blut vermischt waren, auf das Land.
Es verbrannte ein Drittel des Landes, ein Drittel der Bäume und alles grüne Gras.
(Offb 8,7)
„Oozing Earth“ ist der Entwurf eines klanglichen Endzeitpanoramas. In einem letzten, gewaltigen Akt des Widerstandes bäumt sich die aus allen Wunden blutende, zu Tode geschundene Erde gegen ihr entfremdetes Kind auf. Vernunftbegabt und theoretisch weitblickend, praktisch jedoch unfähig, entsprechend zu handeln, strebt die Menschheit ohnmächtig ihrem Untergang zu.
Was wir beschützen sollten, vernichten wir. Was wir geschaffen haben, knechtet uns. Falsche Propheten anbetend, entfernen wir uns mehr und mehr von dem, was lebt. Derart betäubt sind unsere Sinne, dass wir das Mahnen der Wächter kaum noch vernehmen. Gegen alles Leben, reichen wir Bruder Technik die Hand.
Noch einmal, ein letztes Mal, mobilisiert die Erde all ihre Kräfte: Stampfende Rhythmen, dröhnende Klänge und mächtige Growls verbinden sich zu einem ultimativen Abgesang auf die Menschheit, für den der österreichische Komponist Bernhard Gander klangliche und sprachliche Codes des Black Metal und Death Metal mit zeitgenössischer Kunstmusik verschmolz. Zwei internationale Stars der Extreme Metal Szene – Flo Mounier [u. a. Drummer der Band CRYPTOPSY und VLTIMAS] und Attila Csihar [MAYHEM-Sänger und Stimme der Kult-Band SUNN O)))] – werden gemeinsam mit den Musiker*innen des ENSEMBLE MODERN Ganders akustische Apokalypse am 6. März 2020 im Frankfurter Batschkapp erstmals live entfalten.
Dann machten sich die sieben Engel bereit, die sieben Posaunen zu blasen. (Offb 8,6)
Die letzten Tage haben begonnen.
Metalize the world!
Death metal Codes in Contemporary (Classical) Music
-an Intermedial Analysis of the Piece „Take Death“ (2013),
by and with Bernhard Gander